"Die Liebe fällt immer von oben nach unten". So lautet ein altes Sprichwort. Und ja:
Lukas wurde sehr geliebt, von Mama und Papa. Da war immer viel Geduld und Zärtlichkeit. Da war immer Geborgenheit. Da war immer ein offenes Ohr. Da war immer ein warmes Nest.
Aber die Liebe fiel auf Lukas nicht nur von "oben", sondern sie kam auch von der Seite:
Laurenz, Du der Zwillingsbruder, warst gerade in letzter Zeit immer für Deinen Bruder da. Du musstest oft seine Launen ertragen. Aber gerade in den letzten 12 Monaten hast Du Dich ganz toll um unseren Luki gekümmert.
Und Du Leonhard sowieso. Ein vorbildlicher großer Bruder. Fast schon wie ein zweiter Vater hast Du Dich immer rührend um Luki gekümmert und Dich seiner Sorgen angenommen.
Und ich kann nur sagen: Ihr habt alles getan, um Luki aus der Depression zu helfen. An Euch hat es nicht gelegen, ganz bestimmt nicht. Das muss heute auch einmal gesagt werden. Ihr seid wirklich die besten Brüder der Welt! Bitte zerbrecht nicht an Lukis´ Tod.
Lukas war von Depressionen verfolgt. Immer mehr isolierte er sich und experimentierte mit gefährlichen Mitteln. Ständig auf einem riskanten Hochseillauf mit Weltschmerz im Gepäck. In den letzten zwei Jahren ein Auf und Ab. Wir dachten, es ist nur ein Phase, die irgendwann vorbei geht. Falsch gedacht...
Lukas: Ein Querkopf. Ein Junge mit seiner ganz eigenen Welt, der sich nicht für das typische interessierte, was Jungens interessiert: Nicht für Fußball, Computerspiele oder Party. Lukas schlich gerne durch alte Ruinen, sprach die Sprache der Tiere. Dickköpfig, stur, aber auch so liebenswürdig. Das war Lukas. Einer der alles in Frage stellte. Einer der gerne disruptiv dachte. Und sind es nicht diese Köpfe, die wir für die Zukunft unserer Gesellschaft gebraucht hätten?
Wie gerne hätte ich Deine Entwicklung noch begleitet. Aber: Wir haben verloren. Erst den Kampf gegen die Medikamente und dann haben wir Lukas verloren. Du warst der Schwächste im Familienbund. Der, der am meisten Hilfe brauchte. Was bleibt, ist ein unendlicher Schmerz und ein Loch in unserem Herzen.
Wie ist das, wenn man sein Kind verliert? Morgens beim Aufstehen ist es so als ob man einen Vorschlaghammer auf den Kopf bekommt. Mist, es war kein Traum. Sondern eine monströse Katastrophe. Und dann schleift man sich durch den Tag mit einem schweren Herzen, als hinge ein Zementsack dran. Ich frage mich: Werden wir überhaupt je mal wieder glücklich sein können in unserem Leben? Fröhlich aufstehen morgens? Wie soll das gehen? Eigentlich möchte man sich den ganzen Tag besaufen, um das zu ertragen.
Was bleibt: Das Gefühl, versagt zu haben. Ja, auch Schuldgefühle.
Alles was mir jetzt noch bleibt ist eine Mahnung auszustoßen. An alle Eltern: Passt auf Eure Kinder auf, was die dunklen Seiten ihrer Angewohnheiten betrifft. Medikamente, Drogen, ja auch Alkohol. Letztes Jahr sind in den USA sind fast 45.000 Menschen nur an Fentanyl gestorben. Und in Deutschland: Jetzt gibt diese scheiß Bundesregierung auch noch das Cannabis frei und macht uns Eltern damit alles noch schwerer.
Ich mahne nochmals: Schaut bei Euren Kindern nach, wenn Ihr eine Vermutung habt: Durchwühlt die Rucksäcke, Schränke und Schubladen. Privatshpäre hin oder her. Forscht nach. Holt Euch Hilfe. Lernt aus dieser Tragödie!
Luki, ruhe in Frieden.



























